1. Evangelische Internate sind Orte, in denen der Schüler im Mittelpunkt steht.
    Evangelische Internate haben keinen Selbstzweck oder sind für die Lehrer da, Evangelische Internate sind um der Schüler willen da.
    Individuell wird mit den Schülern und seinen Eltern geschaut, welche Förderung und Forderung der einzelne Schüler benötigt, um sich in der Internatsumgebung wohlzufühlen und schulisch erfolgreich zu sein,
    und um Interessen und Lebensfreude zu entwickeln.
  2. Evangelische Internate sind Orte, in denen Bildung und Erziehung Hand in Hand geschehen.
    Durch die große Nähe zu den jeweiligen Schulen kann die schulische Bildung mit der Internatserziehung eng abgestimmt werden. Die meisten Evangelischen Internate teilen sich das Gelände mit den Schulen, die die Internatsschüler besuchen, zumindest bestehen eine sehr große Nähe und eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen. Durch diese enge Verzahnung können in den Evangelischen Internaten die Schüler optimal gefördert und gefordert werden.
    Die nicht sinnvolle Trennung von Bildung und Erziehung, die Schüler oftmals im staatlichen Schulsystem erfahren, kann so nicht erfolgen.
  3. Evangelische Internate sind Orte des strukturierten Tagesablaufs.
    Schüler erfahren in den Evangelischen Internaten einen geordneten Alltag, der von gemeinsamen Mahlzeiten sowie festen Zeiten für schulische Betreuung und sinnvollen Freizeitangeboten, aber auch freien Zeiten geprägt ist. Schüler fühlen sich in diesen transparenten Strukturen, die für die gesamte Internatsgemeinschaft gelten, wohl und erfahren Halt.
  4. Evangelische Internate sind Orte des Lebens und Lernens.
    Schulisches und außerschulisches Lernen geschieht in der Lebenswelt der Schüler im Internat, so dass Lernwelt und Lebenswelt eng miteinander verknüpft sind.
    In der Begleitung von Lehrern und Erziehern lernen die Schüler Schul- und Lebenswissen und übernehmen zunehmend Eigenverantwortung für sich und ihr Leben.
  5. Evangelische Internate sind Orte, in denen werteorientiert miteinander gelebt wird.
    Durch das enge Miteinander in der Internatsgemeinschaft lernen die Schüler eine besondere soziale Gemeinschaft kennen, die von evangelischen Werten geprägt ist. Neben den Tugenden haben Werte wie Freundschaft, Nächstenliebe, Vertrauen und Neuanfang einen hohen Stellenwert im Internatsleben. In der Gemeinschaft von Lehrern, Erziehern und Schülern werden
    diese Werte im Alltag gelebt und eingeübt. Ebenso erfährt der Schüler in Evangelischen Internaten, dass er ein wertvoller und liebenswerter Mensch ist, auch wenn er im schulischen und außerschulischen Bereich Fehler macht. Evangelische Internate sind „fehler-freundliche“ Orte.
  6. Evangelische Internate sind Orte der religiösen Sinnsuche.
    Evangelische Internate verstehen sich nicht als Missionsanstalten, sondern vielmehr als Orte der religiösen Sinnsuche. Neben Andachten, Gottesdienste und anderen religiösen Angeboten wird gemeinsam im Vollzug des Alltags sinnorientiertes gemeinsames Leben eingeübt.
  7. Evangelische Internate sind Orte individueller schulischer Förderung.
    Durch die enge Zusammenarbeit mit der Schule und die intensive Begleitung der schulischen Lern- und Arbeitsphasen können in den Evangelischen Internaten die Stärken und Schwächen der Schüler zeitnah erkannt werden. Auf diese kann so dann individuell im Rahmen der schulischen Förderung eingegangen werden. Hierbei helfen die tägliche betreute Hausaufgabenzeit, Förderunterricht sowie Kurse in den Bereichen Lernmethodik, Motivation und Konzentration. Individuelle Förderung in den Bereichen Legasthenie, Dyskalkulie sowie Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen können in den meisten Evangelischen Internaten erfolgen.
  8. Evangelische Internate sind Orte in der Nähe der eigenen Familie.
    Evangelische Internate verstehen sich nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur Familie. Daher gibt es im Bundesgebiet verteilt 35 Evangelische Internate. Die meisten Evangelischen Internate haben einen regionalen Einzugsbereich, um die Nähe zur Familie aufrecht zu erhalten. Mindestens 14-tägig können Schülerinnen und Schüler an den Wochenenden in ihr Elternhaus zurückkehren und den Kontakt dorthin aufrechterhalten, oftmals sogar jedes Wochenende.
  9. Evangelische Internate sind Orte der Kommunikation.
    Regelmäßige intensive Kommunikation ist die Grundlage der Arbeit in den Evangelischen Internaten. Internatserzieher sind Kommunikatoren mit allen drei wichtigen Gruppen: Schüler, Lehrer und Eltern. Die Kommunikation mit den Schülern und Lehrern geschieht nahezu täglich im Lehrerzimmer und auf dem Internatsgelände. Der Kontakt zu den Eltern wird regelmäßig gesucht, damit Eltern und Erzieher sich zum Wohle des Kindes gut miteinander abstimmen können.
  10. Evangelische Internate haben ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis.
    Die Evangelischen Internate sind in Trägerschaft der Landeskirchen oder von anderen gemeinnützigen Einrichtungen. Somit werden in Evangelischen Internaten keine Gewinne erwirtschaftet, wodurch die Gebühren so gestaltet sind, dass sie nur die Unkosten decken müssen. Oftmals gibt es auch Zuschüsse durch die jeweiligen Träger oder zusätzliche Stipendien.
    Individuell kann auch geklärt werden, ob eine Finanzierung über die Jugendhilfe möglich ist.